In Igling diskutiert man derzeit heftig über die Garagen und die zugehörigen Bebauungsrichtlinien. Die Bauherren wollen immer ausgefallenere Garagen bauen und beantragen dadurch zunehmend mehr Befreiungen von den üblichen Baufenstern der Gemeinde. Nun kam es zur Aufnahme einer Diskussion, die sogar einen eigenen Tagesordnungspunkt auf der Sitzung des Iglinger Gemeinderats erhielt.
Bernd Munz vom Ingenieurbüro Lars Consult brachte den Zwiespalt, in dem sich die Gemeinde befindet deutlich zum Ausdruck. Wird eine generelle Befreiung von Bebauungsplänen gewährt, so heißt das, dass jeder Bauherr seine Garagen so planen könne, wie er wolle. Die Gemeinde gebe damit ein wichtiges Mittel für die Gestaltung des Ortes aus der Hand. Würde allerdings die bisherige Regelung weiter bestehen bleiben, würden auch weiterhin zahlreiche Befreiungen als Sondergenehmigungen erteilt werden. Dann müsse bei jedem neuen Antrag auf eine solche überprüft werden, in welchen Fällen man schon eine Befreiung erteilt hat, um den Bürgern gegenüber gerecht zu bleiben.
Der Rat Richard Lang sprach sich gegen die generelle Befreiung aus, das er so die Gestaltung des Ortes zu stark aus der Hand geben müsse. Auch der zweite Bürgermeister der Stadt, Günter Först, gab zu bedenken, dass bei einer Änderung in diesem Punkt zunächst die Dorferneuerung zustimmen müsse.
Wie sich die Diskussionen rund um den Bau von Garagen in Igling weiter entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Denn eine Abstimmung ist auf besagter Sitzung bisher nicht erfolgt. Zu unterschiedlich waren die vertretenen Meinungen, wenngleich sie alle durchaus ihre ganz eigene Daseinsberechtigung haben. Für die Bürger der Gemeinde heißt es bis zur endgültigen Entscheidung, dass sie weiterhin Befreiungsanträge stellen müssen.
