Am Weidenweg in Warnemünde befinden sich insgesamt 592 Garagen. Der riesige Komplex entstand bereits 1973. Einer der ersten, die an dem Projekt mitgearbeitet haben, ist Helrath Geier. Er erinnert sich an die Zeit mit Freude und erläutert, wie groß der Elan der Anwohner war, den Garagenkomplex zu bauen. Trotzdem das Material knapp war, schaffte man es, die Fundamente zu errichten und die Müllberge der einstigen Mülldeponie zu entsorgen. 1989 wurde der gesamte Garagenkomplex, der heute die besagten 592 Garagen beinhaltet, fertig gestellt.
In einem neuen Entwurf soll das Gebiet überplant werden, so heißt es aus internen Quellen. Dabei sollen die Garagen weichen und ein Standplatz für Wohnmobile geschaffen werden. Insbesondere aufgrund der Negativschlagzeilen nach der Wende war der Garagenkomplex in die Kritik geraten, es hieß, dort sei ein Schandfleck entstanden. Seither hat sich einiges geändert, die Eigentümer der Garagen rücken jährlich zum Arbeitseinsatz aus, das Gebiet erscheint heute sehr gepflegt.
Auch wäre das Verschwinden der 592 Garagen ein Desaster, wenn es ums Parken geht. Die vielen kleinen Gassen in Warnemünde bieten kaum ausreichend Stellplätze und selbst wenn eine Parkberechtigung für Anwohner ausgestellt wird, bringt diese nicht viel, wie die Bürger wissen. Denn oftmals sind Besucher vor Ort, die die wenigen Parkplätze belegen. Da fährt man lieber mit dem Rad zur Garage und von dort mit dem Auto weiter, sind sich die Anwohner einig.
Zudem stehen die Planungen deshalb in der Kritik, weil die Garagen eine nicht unbedeutende Einnahmequelle für die Stadt darstellen. Insgesamt 135 Euro kostet die Jahrespacht, pro Garage. Das ergibt summa summarum gute 80.000 Euro Einnahmen für die Stadt. Aus diesem Grund sei ein Wegfall der Garagen am Weidenweg auch nicht denkbar, bestätigt Frank Giesen, der der Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses der Bürgerschaft ist. Er berichtet, dass die Planungen derzeit im Gange seien. Nach 2015 läuft zwar die Garantie für die Garagen aus, doch sei ohnehin kein Investor für das Gelände vorhanden. Sobald die Planungen abgeschlossen sind, werden sie öffentlich gemacht. Die Warnemünder können dann entsprechend mit entscheiden.
