Was sich so in einem Menschenleben ansammeln kann, erlebt man spätestens dann, wenn man einen Umzug organisieren muss. Man hebt Dinge auf, die man nie wieder braucht. „Diese Jacke könnte ich noch einmal anziehen…“ und Schwupps landet sie im Keller oder in einer anderen Lagerungsmöglichkeit. Bis man die Jacke im Bezug auf die Saison wieder anziehen könnte, ist sie längst aus der Mode. Man kauft eine neue, und schon hat man wieder ein sinnloses Stück mehr in der Ecke liegen. So geht das mit vielen Dingen, die man einfach nur aufhebt, weil man vielleicht irgendwann einmal wieder Verwendung dafür haben könnte. Bei einem Umzug machen viele Menschen dann einen Schnitt und sortieren aus. Dies bedeutet nicht, dass man alles wegschmeißen muss. Der Carport vor dem Haus ist eine gute Möglichkeit, dort diese Schätze einmal aufzubauen, und herauszufinden, ob nicht die Nachbarn Interesse an einigen Dingen haben.
Die Bücher, die man nie mehr liest, das Spielzeug, das die eigenen Kinder als Baby benutzten, das aber nur Platz wegnimmt, und vieles mehr kann man in Kisten und Kartons, aber auch auf Tischen im Carport aufbauen. Ein Plakat mit der Aufschrift „Flohmarkt“ lockt bestimmt einige Interessenten an. Die Möbel, die man nicht mehr braucht, die aber zu schade für den Sperrmüll sind, wechseln hier vielleicht noch den Besitzer. Die Gothic Kleidung, die von der Phase der Tochter noch über ist, die sie aber dann zugunsten eines anderen Kleidungsstiles erst einmal in eine Kiste gepackt hat, kann hier gleich mit weggegeben werden. Für ein Wochenende wird der Carport hier zum Flohmarkt umfunktioniert. Was dann noch über ist, kann man, sofern brauchbar, noch an Stiftungen oder bedürftige Menschen verschenken.
Allzu viel Reibach wird man wahrscheinlich mit den meisten Dingen nicht machen können. Aber wozu die Dinge entsorgen, wenn sie von anderen Menschen noch gebraucht werden könnten. Die DVDs, die schon seit Jahren niemand mehr ansieht, alte CDs, Geschenke, die man nie haben wollte: Alles kann im Carport für Centbeträge oder wenige Euro abgegeben werden. In der neuen Wohnung fängt dann alles wieder von vorne an. Hat man dann keinen Carport, muss man eben die Garage als Flohmarkt für die Nachbarn verwenden.
